Japan Bildbände, Foto: Matthew Buchanan/Unsplash
Japan Bildbände, Foto: Matthew Buchanan/Unsplash

Japan-Bildbände von TASCHEN: 5 Bücher, die jeder Manga- und Anime-Fan kennen sollte

Wer Anime liebt, kennt die Große Welle vor Kanagawa – auch wenn er sie vielleicht nie bewusst gesucht hat. Sie taucht in Openings auf, hängt als Poster in Anime-WGs und wird in unzähligen Serien zitiert. Das ist kein Zufall: Die japanische Populärkultur von heute steht auf den Schultern der Holzschnittmeister von gestern. Sogar das Wort „Manga“ stammt aus dieser Zeit – Katsushika Hokusai verwendete es ab 1814 für seine berühmten Skizzenbücher, die Hokusai Manga.

Der Kölner TASCHEN Verlag hat einige der schönsten Bildbände zu Japan im Programm, viele davon auf Deutsch oder mehrsprachig. Wir haben fünf Titel herausgesucht, die für Manga- und Anime-Fans besonders spannend sind – vom günstigen Einstieg für 25 Euro bis zum XL-Prachtband.

Die fünf Bücher im Überblick

TitelFormatSeitenPreis
100 Manga Artists. 45th Ed.Hardcover, 15,6 × 21,7 cm57625 €
Japanische Holzschnitte. 40th Ed.Hardcover, 15,6 × 21,7 cm51225 €
Hokusai. Thirty-six Views of Mount FujiXL, japanische Bindung in Box22460 €
Hiroshige. One Hundred Famous Views of Edo. 45th Ed.Hardcover, 15,6 × 21,7 cm46425 €
Japan 1900. A Portrait in ColorXL-Hardcover, 25 × 34 cm53680 €

Preise: Stand Juli 2026, taschen.com

100 Manga Artists – das Nachschlagewerk zur Manga-Szene

Japan-Bildbände von TASCHEN: 5 Bücher, die jeder Manga- und Anime-Fan kennen sollte

Der offensichtlichste Titel für Animewelt-Leser zuerst: 100 Manga Artists* versammelt auf 576 Seiten die wichtigsten Mangaka Japans – von Klassikern wie Osamu Tezuka, dem „Gott des Manga“ und Schöpfer von Astro Boy, bis zu jüngeren Talenten. Jeder Künstler wird mit Werkbeispielen, Biografie und Einordnung vorgestellt, der Text ist mehrsprachig (Deutsch, Englisch, Französisch).

Das Buch eignet sich weniger zum Durchlesen an einem Abend als zum immer wieder Reinblättern: Man entdeckt neben den eigenen Lieblingen ständig Zeichner, von denen man noch nie gehört hat – und hat danach eine lange Leseliste. Für 25 Euro in der 45th-Edition-Reihe ist es der wohl beste Einstieg in die Geschichte des Mediums, das diese Seite hier überhaupt erst möglich macht.

Für wen? Alle, die Manga nicht nur konsumieren, sondern verstehen wollen, woher das Medium kommt und wer es geprägt hat.


Japanische Holzschnitte – wo die Manga-Ästhetik herkommt

Japan-Bildbände von TASCHEN: 5 Bücher, die jeder Manga- und Anime-Fan kennen sollte

Klare Umrisslinien, flächige Farben, dramatische Bildausschnitte, Geister und Dämonen: Was nach einer Beschreibung moderner Manga klingt, ist tatsächlich die Kunst des japanischen Farbholzschnitts (Ukiyo-e). Japanische Holzschnitte* zeigt Meisterwerke von 1680 bis 1938 – Landschaften, Sumo-Ringer, Kabuki-Schauspieler und Kurtisanen, die damals wie Popstars verehrt wurden, inklusive Fan-Merchandise in Form eben dieser Drucke.

Wer die Yokai aus Dandadan oder GeGeGe no Kitarō mag, findet hier ihre bildlichen Vorfahren. Die Parallelen zur heutigen Popkultur sind verblüffend: Ukiyo-e war Massenkunst für den Alltag, günstig gedruckt und millionenfach verbreitet – genau wie Manga heute. Mit 512 Seiten für 25 Euro ist der Band das perfekte Grundlagenwerk.

Für wen? Fans von historischen Anime, Yokai-Geschichten und alle, die verstehen wollen, warum Manga so aussehen, wie sie aussehen.


Hokusai. Thirty-six Views of Mount Fuji – die Große Welle in Prachtausgabe

Japan-Bildbände von TASCHEN: 5 Bücher, die jeder Manga- und Anime-Fan kennen sollte

Katsushika Hokusai* ist der wohl einflussreichste Künstler Japans – und wie erwähnt der Mann, der dem Manga seinen Namen gab. Seine Serie der 36 Ansichten des Berges Fuji, entstanden im frühen 19. Jahrhundert, enthält mit der Großen Welle vor Kanagawa das meistzitierte Bild der japanischen Kunstgeschichte.

Die TASCHEN-Ausgabe ist etwas Besonderes: ein XL-Band mit traditioneller japanischer Bindung in einer Schmuckbox, der alle 46 Hauptwerke der Serie plus 114 Farbvarianten aus Sammlungen weltweit versammelt. Mit 60 Euro kostet er mehr als die kompakten 25-Euro-Bände, ist aber ein Buch, das man nicht mehr hergibt. Wer günstiger einsteigen will: Den kompakten Band Hokusai aus der Basic-Art-Reihe gibt es für 15 Euro.

Für wen? Sammler, Geschenksuchende – und alle, die endlich das Original hinter tausend Anime-Zitaten sehen wollen.


Hiroshige. One Hundred Famous Views of Edo – Anime-Hintergründe von 1856

Japan-Bildbände von TASCHEN: 5 Bücher, die jeder Manga- und Anime-Fan kennen sollte

Wer bei Makoto Shinkai (Your Name, Suzume) oder in Ghibli-Filmen ins Schwärmen über die Hintergrundkunst gerät, sollte Utagawa Hiroshige* kennen. Seine Ansichten von Edo – dem heutigen Tokio – fangen Stimmungen ein, die man sofort wiedererkennt: Regen, der schräg über eine Brücke peitscht, Kirschblüten am Flussufer, Schneeabende in stillen Gassen. Es ist im besten Sinne die „Establishing-Shot“-Kunst des 19. Jahrhunderts.

Hiroshiges Serie beeinflusste nicht nur Japan: Van Gogh kopierte seine Motive in Öl, und der Japonismus prägte Impressionisten und Jugendstil in ganz Europa. Der Nachdruck versammelt alle 120 Ansichten auf 464 Seiten für 25 Euro – wer es größer mag, bekommt die XL-Ausgabe für 60 Euro.

Für wen? Fans von atmosphärischer Anime-Hintergrundkunst und alle, die Tokio einmal sehen wollen, bevor es Tokio hieß.


Japan 1900. A Portrait in Color – das Japan von Demon Slayer und Golden Kamuy

Japan-Bildbände von TASCHEN: 5 Bücher, die jeder Manga- und Anime-Fan kennen sollte

1868 beendete Japan über 200 Jahre Abschottung und stürzte sich in die Moderne – genau die Umbruchszeit, in der Serien wie Golden Kamuy, Rurouni Kenshin oder das taishōzeitliche Demon Slayer spielen. Japan 1900* zeigt dieses Japan in kolorierten Fotografien aus der Frühzeit des Mediums: Straßenszenen, heiße Quellen in Beppu, das alte Tokio, Menschen zwischen Kimono und westlichem Anzug.

Zusammengestellt von Sebastian Dobson und Sabine Arqué ist der XL-Band (25 × 34 cm, 3,5 Kilo, 536 Seiten) mit 80 Euro der teuerste Titel unserer Auswahl – aber auch der, bei dem man am längsten hängen bleibt. Man blättert und denkt ständig: „Genau so sieht das im Anime aus.“

Für wen? Fans historischer Anime und Manga, die wissen wollen, wie authentisch ihre Lieblingsserien die Meiji- und Taishō-Zeit treffen.


Fazit: Vom Anime-Zitat zum Original

Alle fünf Bände erzählen im Grunde dieselbe Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln: Japanische Popkultur war schon Popkultur, als Europa noch Ölgemälde für Adlige malte. Wer mit 100 Manga Artists und Japanische Holzschnitte startet (zusammen 50 €), hat die Spannweite von 1680 bis heute im Regal. Die Hokusai- und Hiroshige-Bände sind die perfekte Vertiefung, Japan 1900 das Sahnehäubchen für Geschichtsfans.

FAQ

Hat Hokusai wirklich den Begriff „Manga“ erfunden?
Er hat ihn zumindest populär gemacht: Ab 1814 erschienen seine Hokusai Manga, Skizzenbücher mit tausenden Zeichnungen von Menschen, Tieren und Fabelwesen. Der Begriff existierte vereinzelt schon früher, aber erst durch Hokusai wurde er zum festen Namen für gezeichnete Bildergeschichten.

Welches Buch eignet sich am besten als Geschenk für Anime-Fans?
Für Manga-Fans ist 100 Manga Artists (25 €) die sicherste Wahl. Wer etwas Repräsentatives sucht, greift zum Hokusai-XL-Band mit japanischer Bindung (60 €) – die Große Welle kennt jeder, und die Schmuckbox macht auch optisch etwas her.

Sind die TASCHEN-Bücher auf Deutsch erhältlich?
Ja, alle fünf vorgestellten Titel gibt es auf Deutsch oder in mehrsprachigen Ausgaben (Deutsch/Englisch/Französisch). Beim Bestellen auf taschen.com lässt sich die Sprachausgabe auswählen, sofern mehrere Varianten existieren.

Was ist Ukiyo-e und was hat es mit Manga zu tun?
Ukiyo-e („Bilder der fließenden Welt“) sind japanische Farbholzschnitte des 17. bis 19. Jahrhunderts. Sie waren günstige Massenkunst mit klaren Linien, flächigen Farben und dynamischen Kompositionen – genau die Bildsprache, die Manga und Anime bis heute prägt.

In welcher Zeit spielt Japan 1900 – und welche Anime passen dazu?
Der Bildband zeigt Japan der Meiji-Zeit (1868–1912), fotografiert um 1900. In dieser Umbruchsära spielen Golden Kamuy und Rurouni Kenshin; Demon Slayer ist in der direkt anschließenden Taishō-Zeit angesiedelt.

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