Kyoukai no Kanata – Beyond the Boundary

Nie war Horror so kawaii …

Das Animationsstudio Kyoto Animation (kurz: KyoAni) ist spätestens seit Die Melancholie der Haruhi Suzumiya eine Größe bei den Fans: nämlich als Spezialist für Animes, in denen ein etwas überdrehtes Mädchen auf einen ruhigen Jungen trifft und sein Leben ordentlich durcheinander wirbelt. Darüber hinaus verbindet man die Animationsschmiede mit drei Hauptmerkmalen: Humor, niedliche Charaktere und beste Animationskunst.


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2013 überraschte Kyoto Animation mit der TV-Serie Kyoukai no Kanata – Beyond the Boundary, in der das Studio eine ganz neue Richtung einschlägt: von süß und niedlich zu taff und knallhart.

Die Serie basiert auf der gleichnamigen Light Novel von Nagomu Torii. Hauptthema ist der Krieg zwischen mythischen Monstern und ihren Jägern – und dieser ist düster, hart und von vielen blutigen Kämpfen gezeichnet. Aber Kyoto Animation wäre nicht Kyoto Animation, wenn die Hauptheldin von Kyoukai no Kanata, trotz ihres dramatischen Schicksals, nicht extrem niedlich und die Kampfszenen animationstechnisch nicht erste Sahne wären.

Übernatürliche Fähigkeiten und ein Brillen-Fetisch

Akihito Kanbara ist auf dem ersten Blick ein ganz normaler Junge. Aber nur auf dem ersten Blick. Denn neben seiner Vorliebe für Mädchen mit Brille hebt sich der Junge dank einer ganz besonderen Fähigkeit vom Rest der anderen Oberschüler ab: Seine Wunden heilen so schnell, dass er praktisch unsterblich ist. Diese Fähigkeit verdankt er einer etwas speziellen Familiensituation. Akihito ist der Sohn eines Menschen und eines Youmu – einem mystischen Monster, das nur besonders begabte Leute sehen können.

Seine Welt gerät ins Chaos, als er eines Tages das niedliche und etwas tollpatschige Mädchen Mirai Kuriyama vor dem Selbstmord bewahrt. Mirai ist eine Youmu-Jägerin, ein sogenannter Spirit World Warrior. Ihre Aufgabe ist die Tötung von Youmus, vor denen sie sich allerdings fürchtet. Zu allem Überfluss gehört sie zu einer Art von Youmu-Jägern, die von den anderen Spirit World Warriors gehasst und verfolgt werden.

Mirai und Akihito kommen sich näher, als er ihr helfen will, selbstbewusster zu werden, damit sie endlich auch gegen Youmus kämpfen kann. Und welches Versuchsobjekt ist dafür besser geeignet als ein unsterblicher Halb-Youmu? Aber die enge Beziehung zwischen zweien, die eigentlich Feinde sein sollten, ist vielen ein Dorn im Auge. Und so werden die beiden in einen unerbittlichen Kampf hineingezogen…

Kyoto Animation goes „horror but cute“!

Kyoukai no Kanata – Beyond the Boundary mischt die für Kyoto Animation charakteristische Niedlichkeit und Humor mit jeder Menge Action, Drama und visuell überwältigen Kampfszenen. Regisseur Taichi Ishidate war bereits als Key Animator, Storyboard Artist und Episode Director bei vielen namhaften Serien des Studios beteiligt (Clannad, Die Melancholie der Haruhi Suzumiya, Love Chunibyo & Other Delusions!, Free u. a.) und versteht sich daher sehr gut auf den typischen Animationsstil von Kyoto Animation.

Die 12-teilige Serie, die sich als „horror but cute“ bezeichnen lässt, ist eine strategisch konsequente Antwort auf Action- und Horror-Blockbuster wie Blue Exorcist oder Fate/stay night, die derzeit den Anime-Markt beherrschen. Die Strategie des Studios ist aufgegangen: Aufgrund des großen Erfolgs der Serie erschien 2013 das Prequel Kyōkai no Kanata: Idol Saiban! – Mayoi Nagara mo Kimi o Sabaku Tami, das ebenfalls bei KAZÉ veröffentlicht wird. Für 2015 ist ein Kinofilm geplant.

Die deutsche Veröffentlichung von Kyoukai no Kanata – Beyond the Bondary wird voraussichtlich im Herbst 2015 auf DVD und Blu-ray erscheinen.

Text: KAZÉ