Anime! High Art – Pop Culture

Seit dem 29. Juli 2011 findet in Bonn eine besondere Ausstellung statt: Anime!  High Art – Pop Culture


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Anime – dieser Begriff steht bei uns für den japanischen Zeichentrickfilm schlechthin.

Bereits in den 1970er Jahren schwappte die Anime-Begeisterung nach Deutschland über, wo sie noch heute mit ungebrochener Kraft grassiert. Grundsätzlich umfasst der Begriff „Anime“ die Technik, vorab erstellte Einzelzeichnungen in ganzen Bildsequenzen zum Leben zu erwecken. Basierend auf dem japanischen Comic, dem Manga, entsteht so eine leicht verständliche, intensive Bildersprache, die Jung und Alt gleichermaßen fasziniert.

Animationsfilme und –serien prägten die Fernsehvorlieben ganzer Generationen. „Wickie und die starken Männer“ (1972/1974), „Heidi“ (1974/1977), „Die Biene Maja“ (1975/1979), „Captain Future“ (1978/1980), „Akira“ (1988), „Sailor Moon“ (1992/1995), „Prinzessin Mononoke“ (1997), „Pokémon“ (1997) und „Chihiros Reise ins Zauberland“ (2001) sind die erfolgreichsten Vertreter des Genres. Filme und Serien wie diese sind nicht nur in Japan zum Kulturgut geworden, sondern machten Animes zum unbestreitbaren Bestandteil der modernen Pop-Kultur weltweit.

Grund genug, dem „Kulturgut Anime“ in der Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland eine umfangreiche Ausstellung zu widmen. So beleuchtet die Schau neben praktischen Aspekten wie Geschichte und Produktionsweise auch die ureigene Ästhetik der faszinierenden Bildersprache. Der Überblick reicht von Kinoerfolgen und Serienhelden der 1970er Jahre bis hin zu Bildern aktueller Computerspiele.

Die Ausstellung ist nach Zielgruppen gegliedert und bietet dem Besucher einen umfassenden Eindruck von Produktionsmaterialien, Fankultur und Merchandising. Der Rundgang „Kodomo no anime“ (“Anime für Kinder”) steht am Anfang der Ausstellung und informiert über frühe Koproduktionen, die von deutschen und japanischen Studios gemeinsam realisiert wurden. Weiterer Schwerpunkt sind die Produktionsvorlagen (Cels) des berühmten Studios „Ghibli“. Vornehmlich an das weibliche Publikum von 14 bis 18 Jahren richtet sich der Bereich „Shōjo anime“. Dem gegenüber steht das Gebiet des „Shōnen anime“, das mit edler Gesinnung und dem steten Kampf gegen Monster und finstere Mächte eher männliche Jugendliche begeistert. „Seinen anime“ – Anime für Erwachsene – sie widmen sich vor allen den Themen Erotik, Fantasy und Science-Fiction. Filmsequenzen, Sammlerstücke und Kunstwerke, unter anderem von Anime-Berühmtheiten wie Amano Yoshitaka, ergänzen das Programm. Kostüme von Anime-Darsteller geben einen lebendigen Eindruck des Genres und Fotografien des Fotografen Oliver Sieber zum Thema „Cosplaying“ runden das Angebot ab.

Der Abschuss der Ausstellung zeigt die aktuelle Situation Japans aus der Sicht des Anime. Ausstellungsbegleitend wird ein vielfältiges Kinoprogramm für alle Altersgruppen geboten.

Also, reinschauen lohnt sich auf jeden Fall. Bis zum 08. Januar 2012 ist noch Zeit!

Tageskarten gibt es ab 5,00 bz. 8,00 €. Genaue Preisangaben sowie eine Anfahrtsbeschreibungen  und aktuelle Öffnungszeiten findet Ihr auf der Seite des Museums. Daneben findet auch noch ein üppiges Rahmenprogramm statt.

Absoluten Anime-Fans empfehle ich noch den dazugehörigen Katalog „GA-NETCHU! Das Manga Anime Syndrom„. Ursprünglich wurde dieser bereits in 2008 zur damaligen Ausstellung in Frankfurt veröffentlicht. Die Neuauflage erscheint mit einer Beilage zur Bonner Ausstellung mit einem Essay von Andreas Platthaus. Wichtig: diesen Katalog gibt es nur in der Bundeskunsthalle und via Buchhandlung König.